Montag, 7. September 2009

Wenn die Hand nicht mehr mitspielt

Freiburg, 07. September: Entzündete Nerven, Schwellungen, Druck- und Bewegungsschmerzen? Wer unter ersten Alarmzeichen für eine Erkrankung an den Händen leidet, sollte sich an einen Facharzt für Handchirurgie wenden. Dr. med. Horst Zajonc, Facharzt für Chirurgie mit Zusatzbezeichnung Handchirurgie an der Erich-Lexer-Klinik, sowie Oberarzt der Abteilung Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Freiburg erklärt, welche die fünf häufigsten Erkrankungen der Hand sind und was am besten hilft.

Die fünf häufigsten Erkrankungen und ihre Methoden zur Behandlung

Arthrose

So unterschiedlich die Ursachen der Erkrankung sind, so unterschiedlich sind auch die betroffenen Gelenke, die sich bei dieser Erkrankung abnutzen. Am häufigsten ist jedoch das Daumensattelgelenk betroffen. Der Gelenkverschleiß am Daumen führt zu Schmerzen und Behinderungen bei Bewegungsabläufen. Zunächst kann eine spezielle Bandage helfen, das Gelenk zu entlasten. Ist die Gelenkabnutzung schon weiter fortgeschritten, rät Dr. Zajonc zu einem operativen Eingriff, um die Funktionalität des Gelenks aufrecht zu erhalten: „Bei der Sattelgelenkarthroplastik entfernen wir das große Vieleckbein über einen Hautschnitt am Handgelenk. Im Anschluss stabilisieren wir den ersten Mittelhandknochen durch eine Sehnenschlinge.“ Sind die Fingergelenke betroffen, schafft als Therapie der Einsatz von Kunstgelenken Linderung. Auch kann eine Versteifung des Gelenks in einer funktionell günstigen Stellung hilfreich sein. Schmerzen lassen sich dadurch reduzieren und die Funktionstüchtigkeit der Hand bleibt erhalten.

Karpaltunnelsyndrom

Am Übergang vom Unterarm zur Handfläche befindet sich der Karpaltunnel. Darin liegt der Nervus Medianus, umgeben vom Karpaldach. Drückt das umliegende Gewebe stark auf den Nerv, kann dieser Impulse nicht mehr richtig weiterleiten. Diese Nerveneinklemmung äußert sich als Kribbeln in den Fingern, Schmerzen oder Lähmungserscheinung. Oftmals haben die Betroffenen auch nächtliche Schmerzen, die sich bis in die Schulter ziehen. Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer. Auch leiden etwa 25 Prozent der Schwangeren aufgrund der vermehrten Wassereinlagerungen an dieser Erkrankung. Mit Hilfe einer Nachtlagerungsschiene können die Beschwerden gelindert werden. Schlägt diese konservative Therapie nicht an, rät Dr. Zajonc zu einem operativen Eingriff. Während eines etwa zehnminütigen endoskopischen Eingriffs spaltet der Plastische Chirurg das Karpaldach, so dass sich der Nerv erholen kann. Für den Zugang benötigt der Chirurg einen nur acht Millimeter großen Einschnitt, lange Narben entfallen und die Heilungsdauer verkürzt sich.

Schnappfinger

Für das Bewegen der Finger sind die Sehnen verantwortlich. Jedes Beugen und Krümmen der Finger streckt die Sehnen. Diese Sehnen verlaufen durch enge Ringbänder. Kommt es infolge einer Überlastung zu einer Verdickung der Sehne, passt diese nicht mehr durch das Ringband und bleibt hängen. Die Betroffenen haben dann Probleme den Finger zu strecken oder zu beugen. Über einen kleinen Schnitt mit dem Skalpell löst der Chirurg die Blockierung im Finger, so dass die Sehne wieder frei gleiten kann.

Dupuytren-Kontraktur

In der Handinnenfläche unter der Haut schützt und polstert eine feste Gewebsschicht die Beugesehnen und Nerven. Bei der Dupuytren-Kontraktur führt eine strangförmige Verdickung und Knötchenbildung im Bereich des Gewebes zur Verkrümmung der Finger. „Bei der Operation setzen wir in der Handinnenfläche und an den Fingern einen Hautschnitt und entfernen das erkrankte Gewebe, so dass sich die betroffenen Finger wieder strecken lassen“, erklärt Dr. Zajonc.

Ganglion (Überbein)

Ganglien an der Hand sind häufig anlagebedingte Schwächen des Kapsel-Band-Apparates. Dadurch entsteht eine Geschwulst an der Hand, die mit Gelenkflüssigkeit gefüllt ist. Über die gestielte Verbindung zu einem Gelenk fließt eingelaufene Flüssigkeit nicht mehr zurück und das Ganglion wird größer und schmerzt. Bildet sich das Überbein nicht zurück, rät Dr. Zajonc zur operativen Entfernung. Über einen kleinen Hautschnitt wird das Ganglion mitsamt seines Stils (Gelenkkapsel) entfernt. Sollten Ganglien wieder auftreten, empfiehlt Dr. Zajonc eine Handgelenksspiegelung (Arthroskopie), um die mögliche Ursache im Gelenk festzustellen. Dabei erweitert der Chirurg den Zystenstil vom Gelenk aus und entfernt die vergrößerte Gelenkschleimhaut. Dadurch kann die Gelenksflüssigkeit wieder zurückfließen und das Ganglion bildet sich zurück.

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