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Fragwürdige“Stammzell“-Therapie kritisch untersucht

Donnerstag, 23. April 2015

Herr Dr. Lampert aus der Klinik für Plastische und Handchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg veröffentlichte in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes, dem offiziellen Organ der Bundesärztekammer, die Ergebnisse einer Studie über die wissenschaftlichen Grundlagen des sogenannten „Zellassistierten Lipotransfers“.

Bei diesem Verfahren wird Fettgewebe durch Absaugung gewonnen, die in ihm enthaltenen Stammzellen werden angereichert und wieder den Fettzellen beigegeben. Mit diesem „stammzellangereicherten“ Fettgewebe werden u.a. häufig Brustvergrößerungen vorgenommen.

Obwohl diese Technik in Zukunft eine interessante Alternative darstellen könnte, ist die wissenschaftliche Datenlage zum aktuellen Zeitpunkt noch völlig unzureichend für einen routinemäßigen Einsatz. Es liegen keine ausreichenden Erkenntnisse zum Langzeitverhalten der Zellen oder dem Risiko der Entstehung oder Beschleunigung einer Krebserkrankung vor, wie die umfangreiche Literaturstudie zeigte. Wie bei vielen neuartigen „Stammzelltherapien" zu beobachten, nehmen Vermarktung und klinische Anwendung dieses Verfahrens weltweit trotz der unklaren klinischen Evidenzlage bezüglich Sicherheit und Effizienz ständig zu.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse ist von der Anwendung dieser Methode außerhalb von streng kontrollierten, klinischen Studien  zum gegenwärtigen Zeitpunkt dringend abzuraten.

An unserer Klinik wird seit zwei Jahrzehnten an Verfahren zu Weichteilregeneration und –Ersatz geforscht; ebenfalls können Sie auf unsere umfangreiche klinische Expertise zu rekonstruktiven und ästhetisch-chirurgischen Eingriffen an der Brust zurückgreifen.