Sprachauswahl

+49 (0)761-8964170
Mo - Fr 8:00 - 17:00 h

Finger für Finger zurück ins Leben

Junge aus Moldawien mit schwerer Hauterkrankung am Universitätsklinikum Freiburg operiert

Donnerstag, 11. September 2014

Jeder einzelne Finger bedeutet ein Stück Lebensqualität: Am Universitätsklinikum Freiburg wurde Anfang September ein siebenjähriger Junge aus Moldawien operiert, der unter einer schweren Hauterkrankung, der Epidermolysis bullosa, leidet. 

Noch ist die Hand von Viktor (links) in einem dicken Verband, aber schon bald wird er wieder alle Finger bewegen können, da ist sich Dr. Horst Zajonc (rechts) sicher.

Jeder einzelne Finger bedeutet ein Stück Lebensqualität: Am Universitätsklinikum Freiburg wurde Anfang September ein siebenjähriger Junge aus Moldawien operiert, der unter einer schweren Hauterkrankung, der Epidermolysis bullosa, leidet. Der angeborene Gendefekt hat zur Folge, dass die gesamte Haut des Jungen Blasen am Körper bildet. Sie hebt sich bei geringsten Belastungen ab und entzündet sich, sodass es zu schweren, narbigen Bewegungseinschränkungen kommt. Bei dem moldawischen Jungen sind die Hände am stärksten von der Krankheit betroffen – alle Finger beider Hände sind zusammengewachsen und liegen funktionslos, wie in einem Fäustling gebeugt, in der Handfläche. Auch der Daumen ist narbig mit der Hand verwachsen. An Spielen und Greifen mit den Händen ist bei dieser Erkrankung nicht zu denken. Nach der erfolgreichen Operation am Universitätsklinikum Freiburg, bei der die einzelnen Finger freigelegt und getrennt wurden, kann der Junge nun wieder aktiver am Leben teilnehmen.   

Bereits ein Jahr zuvor hatte sich die Familie aus Moldawien an Dr. Horst Zajonc, Oberarzt in der Klinik für Plastische und Handchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg, gewandt. In ihrem Heimatland konnte dem schwerkranken Kind bisher nicht geholfen werden. Die Familie war aber imstande die Reisekosten nach Freiburg mit der finanziellen Hilfe ihrer Heimatstadt zu bestreiten.  

Da alle vom Universitätsklinikum Freiburg beteiligten Abteilungen die Behandlung so kostengünstig wie möglich – als humanitäres, soziales Entgegenkommen – durchführen, konnten die Behandlungskosten auf ein Minimum reduziert werden. Selbst eine Unterkunft in der näheren Umgebung des Klinikums für den medizinisch notwendigen, sechswöchigen Aufenthalt der Familie wird gesponsert. „Heilen und helfen“, so Prof. Bjцrn Stark, Ärztlicher Direktor der Klinik für Plastische und Handchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg, „muss auch in der heutigen ökonomielastigen Zeit möglich sein.“  

In der Klinik für Plastische und Handchirurgie wurde für die seltene Erkrankung (Epidermolysis bullosa) eine neue Operationsmethode entwickelt. Dank ihr können jährlich etliche Patienten erfolgreich operiert werden.